Ratgeber
Google-Bewertungen beantworten.
Was Google vor der Veröffentlichung prüft, was ausdrücklich verboten ist und wie eine Antwort aussieht, die den Mitlesenden etwas sagt. Alle Regeln unten stammen aus Googles eigenen Hilfeseiten.
Kurz gefasst
- Antworten werden von Google geprüft, bevor sie erscheinen
- Wiederholte Texte werden entfernt
- Nur zufriedene Kunden anzusprechen ist verboten
- Die Antwort schreiben Sie für die Mitlesenden
Was passiert, wenn Sie auf „Antworten" klicken
Eine Antwort geht nicht direkt online. Google prüft sie zuerst gegen die eigenen Inhaltsrichtlinien. Erst danach erscheint sie öffentlich unter der Bewertung.
„Antworten brauchen für die Prüfung in der Regel bis zu zehn Minuten, manchmal kann eine Prüfung aber bis zu 30 Tage dauern."
Google, Manage customer reviews (sinngemäß aus dem Englischen)
Für den Alltag heißt das zweierlei. Erstens: Wer eine Antwort abschickt und den Haken setzt, weiß noch nicht, ob sie jemals sichtbar wird. Zweitens: Wer aus dem Ausbleiben einer Antwort nach zwei Tagen auf einen Fehler schließt, irrt sich meistens. Deshalb prüfen wir in Resonaro jede Antwort später noch einmal bei Google nach, statt dem erfolgreichen Absenden zu vertrauen.
Zwei weitere Punkte, die viele überraschen: Die bewertende Person wird benachrichtigt, sobald Sie antworten, und kann ihre Bewertung danach ändern. Und Ihre Antwort erscheint als Antwort des Unternehmens, nicht unter dem Namen der Person, die gerade angemeldet war.
Was Google ausdrücklich verbietet
Die Liste ist kürzer und härter, als die meisten denken. Vier Punkte betreffen fast jeden Betrieb, der Bewertungen aktiv managt.
Nur zufriedene Kunden ansprechen
Das gängige Modell, zuerst intern nach der Zufriedenheit zu fragen und nur die Zufriedenen zu Google weiterzuleiten, hat einen Namen und steht in Googles Richtlinien als Manipulation: Negative Bewertungen zu verhindern oder gezielt nur positive einzuwerben, ist untersagt. Wer trotzdem so arbeitet, riskiert das Profil.
Anreize bieten
Rabatt gegen Bewertung, Gutschein gegen Änderung, Gratisartikel gegen Löschung einer negativen Bewertung: Alles drei nennt Google als verbotene Praxis, und zwar unabhängig davon, ob Geld oder eine Sachleistung fließt.
Mitarbeitende zu Bewertungen verpflichten
Eine Zielvorgabe, wie viele Bewertungen ein Team im Monat beschaffen soll, ist ebenso untersagt wie die Vorgabe, dass eine Bewertung bestimmte Inhalte nennen soll, etwa den Namen einer Mitarbeiterin.
Denselben Text mehrfach verwenden
Wiederholte Inhalte entfernt Google, weil sie den Informationswert verwässern. Das gilt ausdrücklich auch für dasselbe Material aus demselben Konto. Wer zwanzig Bewertungen mit demselben Dankestext beantwortet, produziert genau dieses Muster.
Google nennt als mögliche Folgen eines Verstoßes gegen die Richtlinien zu unechtem Engagement unter anderem: keine neuen Bewertungen für einen bestimmten Zeitraum, vorhandene Bewertungen werden ausgeblendet, und am Profil erscheint ein sichtbarer Hinweis darauf, dass gefälschte Bewertungen entfernt wurden.
Wie eine Antwort auf Kritik aufgebaut ist
Der häufigste Fehler ist nicht der Ton, sondern die Adresse. Eine öffentliche Antwort schreibt man nicht für die Person, die sich beschwert hat. Man schreibt sie für die Kunden, die gerade überlegen, ob sie kommen.
Daraus folgt ein Aufbau, der fast immer trägt:
- Den Punkt benennen. Nicht „Ihr Feedback ist uns wichtig", sondern „Drei Stunden Wartezeit ohne Rückmeldung sind nicht in Ordnung." Wer den Vorwurf aufgreift, zeigt, dass er ihn gelesen hat.
- Einordnen, ohne zu streiten. Wenn etwas anders war, als beschrieben, reicht der Hinweis auf den üblichen Ablauf. Eine Gegendarstellung im Bewertungsfenster gewinnt niemand.
- Sagen, was jetzt passiert. Ein konkreter nächster Schritt, mit Zuständigkeit. Das ist der Teil, den die Mitlesenden bewerten.
- Den Rest ins Gespräch verlegen. Eine Kontaktmöglichkeit, und Schluss. Details gehören nicht in die Öffentlichkeit, in manchen Branchen dürfen sie dort nicht einmal stehen.
Für positive Bewertungen gilt derselbe Grundsatz in kürzer: Greifen Sie auf, was gelobt wurde. „Danke für die fünf Sterne" ist eine Empfangsbestätigung, kein Gespräch.
Wie schnell und wie oft
Verlässlichkeit schlägt Tempo. Wichtiger als die Antwort binnen 24 Stunden ist, dass überhaupt jede Bewertung eine bekommt. In der Praxis ist genau das der Teil, der von Hand scheitert: Die angenehmen werden beantwortet, die unangenehmen bleiben liegen, und bei zehn Standorten verliert ohnehin niemand mehr den Überblick.
Google selbst macht zur Geschwindigkeit keine Vorgabe. Zur Wirkung von Antworten sagt Google nur, dass sie zeigen, dass Sie die Rückmeldung schätzen, und dass mehr und bessere Bewertungen die lokale Platzierung verbessern können. Jede konkrete Prozentzahl zum Ranking-Effekt von Antworten, die im Netz kursiert, stammt nicht von Google.
Und bei mehreren Standorten
Ab etwa fünf Profilen kippt das Thema von einer Fleißaufgabe in ein Verfahren. Drei Dinge entscheiden dann:
- Wer antwortet. Zentrale, Standortleitung oder beide, mit klaren Rechten. Ohne diese Festlegung entstehen Doppelantworten oder gar keine.
- Wie einheitlich es klingen soll. Einheitlich in der Haltung, nicht im Wortlaut. Identische Texte sind, siehe oben, ein Richtlinienthema.
- Was bei Kritik passiert. Eine feste Schwelle, ab der ein Mensch draufschaut, ist im Mehrstandortbetrieb der einzige Weg, der sich durchhalten lässt.
Mehr dazu auf der Seite für Filialbetriebe und in unserem Ratgeber zu Local SEO für mehrere Standorte.
Fragen
Häufige Fragen zum Antworten.
Wie lange dauert es, bis eine Antwort öffentlich sichtbar ist?
Google prüft jede Antwort vor der Veröffentlichung. Laut Googles eigener Hilfeseite dauert das in der Regel bis zu zehn Minuten, in Einzelfällen bis zu 30 Tage. Eine erfolgreich abgeschickte Antwort ist deshalb noch keine sichtbare Antwort.
Erfährt die bewertende Person, dass wir geantwortet haben?
Ja. Google benachrichtigt sie, und sie kann ihre Bewertung danach ändern. Ändert sie sie, ändert sich auch das Datum der Bewertung auf den Zeitpunkt der letzten Änderung.
Wird unser Name als Person angezeigt?
Nein. Die Antwort erscheint unter der Bewertung als Antwort des Unternehmens. Der persönliche Name des angemeldeten Kontos wird nicht angezeigt.
Dürfen wir Kunden um eine Bewertung bitten?
Ja, solange Sie damit echte Erlebnisse ansprechen und keine Gegenleistung anbieten. Verboten ist, gezielt nur zufriedene Kunden anzusprechen, Bewertungen zu vergüten, oder Mitarbeitende anzuweisen, eine bestimmte Zahl von Bewertungen oder Bewertungen mit bestimmtem Inhalt zu beschaffen.
Was passiert, wenn wir mehrfach denselben Text posten?
Google entfernt wiederholte Inhalte, weil sie den Informationswert verwässern. Das betrifft ausdrücklich auch dasselbe Material aus demselben Konto. Wer mit Textbausteinen arbeitet, riskiert also nicht nur den Eindruck bei Lesern, sondern auch die Antwort selbst.
Quellen
- Google, Manage customer reviews: Prüfung von Antworten vor der Veröffentlichung, Benachrichtigung des Verfassers, Anzeige als Unternehmensantwort ohne persönlichen Namen.
- Google, Prohibited & restricted content: Verbot von bezahlten Bewertungen, von Anreizen, von selektiver Ansprache zufriedener Kunden und von wiederholten Inhalten.
- Google, Business Profile restrictions for policy violations: mögliche Folgen sind unter anderem eine Sperre für neue Bewertungen, das Ausblenden vorhandener Bewertungen und ein sichtbarer Warnhinweis am Profil.
- Google, Tips to improve your local ranking: lokale Ergebnisse beruhen auf Relevanz, Entfernung und Bekanntheit; mehr Rezensionen und positive Bewertungen können das lokale Ranking verbessern.
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